Themenflyer Jugend

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Deine Klasse ist viel zu groß? Bücher und Fahrkarten sind zu teuer? Du musst ausbildungsfremde Tätigkeiten während deiner Ausbildung machen? Ausreichend kostenfreie Kulturangebote und Jugendfreiräume fehlen? Du hast Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung oder WG zu finden?

Probleme und Forderungen von Jugendlichen in Kassel finden selten Gehör im Rathaus. Wir treten zur Wahl an, um das zu ändern! Während die etablierten Parteien (CDUSPDFDPGrüne) Jugendlichen die Zukunft wegkürzen, wollen wir, dass Jugendliche selbst aktiv werden und mit uns für ihre Zukunft kämpfen!

Gute Gemeinschaftsschulen für alle

Die soziale Herkunft bestimmt in keinem anderen Industriestaat die Bildungs- und Berufschancen stärker als in Deutschland. Die Schulpolitik der letzten Jahre hat diesen Zustand nicht verbessert. Auch in Kassel zeigt sich diese Ungerechtigkeit: Kinder aus ärmeren Stadtteilen haben deutlich geringere Chancen auf schulische und berufliche Erfolge als Kinder aus wohlhabenden Stadtteilen.

Schulische Bildung wird vermehrt an den Bedürfnissen von Unternehmen ausgerichtet. Wir stehen für ein anderes Schulkonzept und unterstützen die Bewegung und die Kämpfe von SchülerInnen und Studierenden, Eltern und LehrerInnen für eine bessere Ausstattung der Bildung und eine Schule für alle.

Wesentliches Ziel der städtischen Schulpolitik muss es sein, der Landespolitik etwas entgegenzusetzen und einen Ausgleich für die vielfältigen Benachteiligungen zu schaffen, unter denen ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen aufwachsen muss.

Zunehmend finanzieren sich Schulen aus privaten Mitteln wie Elternspenden und Sponsoring. Dies verstärkt die soziale Ungleichheit und untergräbt die Reste von Chancengleichheit.

Das will die Kasseler Linke

  • Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem, hin zu einer wohn- ortnahen Versorgung aller SchülerInnen mit inklusiven Gemeinschaftsschulen. Eine Schule für alle!
  • Garantie fester Öffnungszeiten und eines öffentlich finanzierten und pädagogisch qualifizierten Angebots zur Nachmittagsbetreuung an allen Schulen.
  • Recht auf eine kostenlose warme Mahlzeit am Tag für alle SchülerInnen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ernährungsgewohnheiten.
  • Ausbau von Schulzentren zu Lebensmittelpunkten durch Anbindung von Bibliotheken,   Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten sowie die Möglichkeit, Räume unbürokratisch für Initiativen anmieten zu können.

Gute Ausbildung für alle

Nach der Schule sind Jugendliche in Kassel mit einer unzureichenden Ausbildungssituation konfrontiert, manche sogar mit Arbeitslosigkeit. Es fehlen Ausbildungsplätze, die Prekarisierung durch befristete Stellen und niedrige Löhne nimmt allgemein zu. Die Stadt und die städtischen Betriebe haben eine Verantwortung bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen und bei der Bekämpfung von Jugendarmut.

Eine Übernahmegarantie nach der Ausbildung gibt es noch längst nicht; diese ist jedoch notwendig, um jungen Menschen in Kassel eine Perspektive anbieten zu können. Deshalb unterstützen wir den Kampf von Auszubildenden für die unbefristete Übernahme in ein Vollzeit-Arbeitsverhältnis im erlernten Beruf und treten für die zusätzliche Schaffung von qualifizierten Ausbildungsplätzen zu tarifvertraglichen Bedingungen ein.

Das will die Kasseler Linke

  • Unbefristete Übernahme der Auszubildenden in ein Vollzeit- Arbeitsverhältnis im erlernten Beruf bei den städtischen Betrieben.
  • Erhöhung der Ausbildungsquote bei den städtischen Betrieben auf 10% der Beschäftigten als erster Schritt zur Schaffung weiterer Ausbildungsplätze.
  • Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich statt Arbeitszeitverlängerung

Her mit dem schönen Leben! Kulturangebote für Jugendliche ausbauen!

Bildungsstätten spielen eine wichtige Rolle im Leben von Jugendlichen. Interessen und Schwerpunkte jedoch verfolgen junge Menschen in ihrer Freizeit. Wegen stetig steigender Anforderungen in der Schule und Ausbildung und bei einem vollgepacktem Studienplan in Zeiten von Bachelor und Master ist diese ohnehin rar gesät. Es fehlt die Zeit, vor allem aber fehlen die Angebote für Freizeitaktivitäten: kostenlose Konzerträume, Anlaufstellen bei Problemen, bezahlbare Clubs, Sportmöglichkeiten usw. Kurz gesagt: Freiräume für Jugendliche sind nicht ausreichend vorhanden. Zudem schränken hohe Preise im öffentlichen Nahverkehr die Mobilität ein.

Jugendkultur wird oft kriminalisiert und als Störfaktor im Stadtbild wahrgenommen: Graffiti-Sprayen wird selbst an legalen Flächen polizeilich beobachtet, Skateboard fahren ist oft nicht gern gesehen. Wer vor dem Diskoabend auf dem Königsplatz vortrinken will (weil Getränke in Clubs zu teuer sind), wird vom Ordnungsamt vertrieben.

Wir meinen: Es fehlen wirklich demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten, in denen die Forderungen von Kindern und Jugendlichen gestellt und Projekte unter Selbstverwaltung geplant und durchgeführt werden können. Jugendliche wissen selbst am besten, was sie brauchen und wollen!

Das will die Kasseler Linke

  • Finanzierung von ausreichend kostenlosen Freizeiteinrichtungen unter Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen und unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen,
  • Freiraum für Jugendliche, z.B. durch den Ausbau und Erhalt der legalen Graffitiflächen und Abenteuerspielplätze,
  • Finanzierung und finanzielle Unterstützung von kulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche wie zum Beispiel Ferienfreizeiten, Ferienspiele, Konzerte, Mitmachangebote usw.,
  • Eine kommunale Initiative zur Einführung des Wahlalters von 16 Jahren bei Kommunalwahlen.

Wer soll das bezahlen?

Wir unterscheiden uns von den anderen Parteien, die den Jugendbereich immer wieder dafür nutzen, um den Haushalt zu sanieren. Woher soll das Geld für unsere Forderungen kommen?

Umverteilung von oben nach unten! Als Jugendlicher bekommt man ständig zu hören: Es ist kein Geld da für mehr Ausbildungsplätze, Jugendzentren oder eine bessere Ausstattung an den Schulen. Es stimmt, dass die Kassen leer sind. Das ist aber kein Naturgesetz, sondern die Folge von politischen Entscheidungen. Der Spitzensteuersatz beispiels- weise, der für ein Jahreseinkommen über 250.000 Euro erhoben wird, lag im Jahr 2000 noch bei 53% und wurde sowohl von Rot-Grün als auch Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot weiter abgesenkt, auf 45% im Jahr 2010. Das war ein Geschenk an die Superreichen, und dieses Geld fehlt den öffentlichen Kassen heute! Im Gefolge der kapitalistischen Krise wurden Banken sogar noch mit Milliarden beschenkt, um ihren Konkurs zu verhindern. Während wir für kleinste Veränderungen jahrelang auf die Straße gehen müssen, ist für Banken, Prestigeprojekte und Militärausgaben ganz selbstverständlich immer Geld da. Diese Politik muss endlich gestoppt und umgekehrt werden!

Guter & bezahlbarer Wohnraum auch für Jugendliche

Wohnen ist ein Grundrecht für alle. Die Bereitstellung von günstigem, verkehrsmäßig gut erschlossenem und gutem Wohnraum für alle ist für uns ein wichtiges Ziel. Wohnungsspekulation und die Aushöhlung des Mieterschutzes müssen konsequent gestoppt, Leerstand muss verringert werden. Der Bau von Wohnungen darf nicht zur Quelle der Bereicherung verkommen.

In den letzten Jahren hat sich der Wohnungsmarkt in Kassel zu Lasten der Menschen mit geringen Einkommen verändert. Es fehlen bezahlbare Wohnungen für Ein- Personen-Haushalte und Familien. Anstatt gegenzusteuern, vernachlässigt und begräbt die Stadt den sozialen Wohnungsbau. Die Wohnungskrise ist hausgemacht. Ohne die verfehlte Wohnungspolitik der letzten Jahre wären genügend bezahlbare Wohnungen für SchülerInnen, Studierende und Azubis, aber auch für Geflüchtete und Menschen mit geringem Einkommen vorhanden.

Wir lassen uns nicht spalten!

Gerade unter Jugendlichen wird viel über den Umgang mit Geflüchteten diskutiert. Wir meinen: Den vielen Menschen, die aus den verschiedensten Gründen auf der Flucht sind, sollte die Möglichkeit eines Neuanfangs in Deutschland geboten werden. Die Stadt Kassel hat hierbei eine besondere Verantwortung, da hier mehrere große Rüstungsunternehmen ansässig sind: Die Auswirkung der Waffenverkäufe dieser Unternehmen ist die weltweite Vertreibung von Menschen durch Kriege und bewaffnete Konflikte. Anders gesagt: Auch in Kassel wurden die Ursachen für die Flucht der Menschen produziert, die jetzt zu uns kommen. AfD und Pegida hetzen gegen Geflüchtete, die für die momentane Situation am allerwenigsten können. Aber nicht nur die rechten, sondern alle etablierten Parteien benutzen Geflüchtete in der einen oder anderen Form als Sündenbock für soziale Probleme. Das sind meist solche Probleme, die diese Parteien selbst geschaffen haben. LehrerInnenmangel und zu große Klassen gibt es beispielsweise nicht deshalb, weil MigrantInnen und Geflüchtete in Deutschland leben, sondern unter anderem, weil in den letzten Jahren zu wenig Geld in den Bildungsbereich gesteckt wurde.

Die Antwort muss sein, dass Jugendliche jeder Herkunft gemeinsam für bessere Bildung auf die Straße gehen. Die etablierten Parteien schüren Rassismus, weil sie nicht wollen, dass Jugendliche gemeinsam kämpfen. Sie wollen den Widerstand spalten, der sich gegen ihre jugendfeindliche Politik entwickelt. Wir sagen: Wir lassen uns nicht spalten!

Mitmachen!

Ob soziale Ungleichheit, Klimawandel, Wohnungsnot oder Nahverkehr: Veränderungen fangen vor Ort an und wirken sich vor Ort aus. Wir rufen dazu auf, sich nicht mit den Zuständen abzufinden, sondern sich einzumischen. Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam für eine soziale, transparente und demokratische Kommunalpolitik zu streiten. Dafür bitten wir euch am 6. März 2016 um eure Stimme für die Kasseler LINKE

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